Sir Roland Garros: Ein Blick zurück - aber nicht wirklich im Ärger.....
Die Saison 2004/2005 ist Historie - jedenfalls für die Zweitliga-Basketballddamen der Union Opladen. Die Fakten sind zunächst einmal beeindruckend positiv: Platz fünf zum Abschluss der Punkterunde, und zwar mit dem besten Ergebnis seit dem Aufstieg 2001; im Play-Off-Viertelfinale dann das (erwartungsgemäße??) Aus gegen Chemnitz nach einem recht schwachen Hinspiel und einer guten Leistung im Rückspiel, die aber leider nicht zum Sieg gereicht hat. Wer hatte denn schon wirklich vor Saisonbeginn mit einem solchen Resultat gerechnet? Natürlich, jetzt werden die notorischen Alles-besser-Wisser wieder "hier" schreien, aber hätte eine seriöse Voraussicht auf die Dinge ein solches Ergebnis vorhergesagt? Wohl kaum. Leistungsträgerinnen der letzten Jahren standen nicht mehr zur Verfügung, und von den fünf Zugängen hatte bis dahin noch keine auf höherem Niveau in ihrem früheren Verein gespielt. Es galt zuvorderst, ein Team zu formen, das wenigstens in existenziellen Zügen auch als Team funktioniert. Das ist überraschend schnell gelungen.
Natürlich war es ein holpriger Weg, auf dem der/die eine oder andere mal auf die Nase fiel, aber bis auf wenige Ausnahmen sind doch alle wieder aufgestanden, weil sie kapiert hatten, in welcher Liga sie sich gerade bewegen. Es sei die zugegebenermaßen sehr theoretische Frage erlaubt: Was wäre wohl möglich gewesen, wenn sich alle Beteiligten zu jeder Zeit dessen bewusst gewesen wären? Oder war der Saisonerfolg doch nur ein "Schein-Erfolg", weil zu viele über weite Strecken über ihrem Realniveau agiert haben? Oder war der Erfolg etwa nur durch die herausragenden Fähigkeiten einzelner möglich? Oder hat doch das Team funktioniert? Es war ganz gewiss eine Mischung aus allem. Und das Ergebnis ist zwar bestimmt nicht optimal, dennoch aber sehr vielversprechend.
Richten wir den Blick doch mal kurz auf die Konkurrenz: Selbst überall dort, wo seriös und ambitioniert gearbeitet wird, hat es zwischendurch mal gekracht - auch wenn es nur mal um persönliche Eitelkeiten oder unterschiedliche Auffassungen sportlicher Sichtweisen ging. Eitel Sonnenschein herrschte nirgendwo, wäre auch nicht nachvollziehbar. Die Frage ist eben, WIE man sich auseinandersetzt und WIE man danach mit dem "Problem" und miteinander umgeht. Auch hierin definiert sich ein Begriff wie "Ligatauglichkeit". Schade ist nur, wenn es höchstens darum geht, dass man sich gegenseitig die Förmchen klaut und sich dann mit nassem Sand beschmeißt. Das ist und bleibt Kindergarten.
Oooops, und dann noch zu einem wichtigen Thema: In seinem genialen Film "Pappa ante portas" hat Loriot gesagt: "Männer und Frauen passen einfach nicht zueinander." Welch eine fundamentale Aussage!! Aber vielleicht sollten wir in unserem Fall mal nachfragen, ob denn Frauen und Frauen immer zueinanderpassen? Jedenfalls im Sport darf dies getrost an vielen Stellen bezweifelt werden. Männersport darf man nie mit Frauensport vergleichen, und das ist sicherlich gut so. Die Kunst besteht vermutlich einfach nur darin, sich genau diesen Sachverhalt immer wieder und wieder vor Augen zu halten, wenn man versucht, etwas im Bereich Frauensport zu verstehen. Dann lernt man schnell, manches ernst und manches eben weniger ernst zu nehmen.
2. Damenbasketball-Bundesliga - das bedeutet bei Union Opladen, dass etwa zwei Dutzend sportbegeisterte Menschen ihrem Hobby nachgehen, nämlich als Aktive und als Helfer. Geld bekommt niemand dafür, und nur die Wenigsten bekommen wenigstens in etwa ihren Aufwand beglichen. JEDER weiß, worauf er sich einlässt, wenn er im Sommer seine Zusage für die anstehende Saison erteilt - Aktive und auch Helfer. Und genau diesen beiden Lagern gilt meine Hochachtung für das Geleistete, für das Engagement, für den finanziellen und zeitlichen Aufwand. So lebt man ein Hobby aus!! Dennoch muss man sich immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass man sein Hobby nicht in der Bezirks- oder Landesliga ausübt, sondern in der 2. Bundesliga. Das fällt manchmal sehr schwer, ist aber die Grundlage für die so oft zitierte Ligatauglichkeit. Ich denke, dass der klar überwiegende Teil genau weiß, auf welchem Niveau er/sie sein/ihr Hobby ausübt. Der kleine Rest kann mitgeschleppt werden, wenn es auch auf Dauer recht ermüdend ist.
Sir Roland Garros - im April 2005
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