| Sieg über Wedel - Finaleinzug perfekt |
| Sonntag, 05. April 2009 um 08:47 Uhr |
Über Mode lässt sich bekanntlich streiten. Aber wenn ein Kleidungsstück womöglich zum Erfolg einer Basketball-Mannschaft beitragen kann, ist es wohl auch egal, wie dieses Teil aussieht und duftet. Markus Pohle, Trainer der Zweitliga-Basketballerinnen Union Opladens, wollte nichts unversucht lassen.
Deshalb kramte er seinen in der Hauptsache dunkelblauen "Meister-Pulli" nach beinahe einem Jahr wieder aus dem Schrank. Seit dem Finalsieg über Wolfenbüttel im Mai 2008 hatte Pohle den Sweater nicht mehr getragen: "Er ist nicht mehr schön, ist an den Ärmeln schon komplett abgewetzt, aber er hat uns schließlich geholfen." Im dritten Halbfinalspiel um den Bundesligaaufstieg hat er scheinbar auch geholfen, denn die Union hat den SC Rist Wedel mit 61:50 (29:21) bezwungen und somit den Einzug in die Finals geschafft. Unter den Augen von Leverkusens Oberbürgermeister Ernst Küchler und weiteren 400 Zuschauern starteten die Gastgeberinnen extrem nervös und lagen schnell mit 0:6 im Hintertreffen. Doch trotz zittriger Hände und Knie fanden sie zeitig wieder ins Spiel und führten bisweilen sogar mit acht Punkten Vorsprung gegen einen würdigen Gegner, der alles versuchte, um doch für eine Überraschung zu sorgen. "Wedel hat uns alles abverlangt und uns zu einer fast schon sensationellen Leistung in der Verteidigung gezwungen. Sie haben nun mal eine sehr gute Starting Five, eine Gurkentruppe ist etwas anderes", so Pohle, der genau an diesen Feinheiten in der Abwehr unter der Woche sehr intensiv mit seinen Schützlingen gearbeitet hatte. Ausnahmslos alle Opladenerinnen zeigten eine erstligareife Defense, an der Wedel richtig zu knabbern hatte. Die sonst von außen so treffsicheren Gäste mussten sich jeden Wurf hart erarbeiten. So landete auch nur einer von 13 Drei-Punkt-Würfen im Korb der Union. Im Angriff aber überboten sich die Unionerinnen gegenseitig an nicht selten haarsträubenden Aktionen und Fehlversuchen im Abschluss. "Das war manchmal richtig schlimm. Dann gab es aber auch wieder tolle Szenen, in denen die Mädels ihr Potenzial aufblitzen ließen", meinte Pohle, dessen mit Abstand stärkste Akteurin diesmal Kirsten Kröger (19 Punkte, 14 Rebounds, vier Blocks) war: "Sie war im Vergleich zur Vorwoche nicht wiederzuerkennen, als sie nicht geregelt bekommen hat. Diesmal hat sie Verantwortung übernommen und darüber hinaus auch phantastisch gearbeitet. Aber das haben ja eigentlich alle." Spannend blieb es aber bis hinein in die Schlussminuten, in denen Rist dann den physischen Strapazen einer extrem intensiven Partie Tribut zollen musste. Nun plötzlich zeigten die Opladenerinnen auch Nervenstärke. Jana Meyer verwandelte dabei fünf von sechs Freiwürfen in den letzten 90 Sekunden. Auch Mayte Thimm streute im letzten Spielabschnitt wichtige Punkte ein. "Wir sind alle heilfroh, dass wir nun in den Endspielen stehen. Ein großes Lob möchte ich den zahlreichen Zuschauern ausprechen, die uns so toll unterstützt haben, das war unheimlich wichtig für das Team", sagte Pohle und hofft freilich, dass im ersten Spiel um den Aufstieg alle wiederkommen werden. Das erste Finalspiel wird am Sonntag, den 19. April, um 15 Uhr in der Heisenberghalle gegen den Osnabrücker SC stattfinden. Und dann wird man sicherlich auch wieder den Meister-Pulli des Trainers bestaunen können. "Bei entsprechendem Erfolg werde ich das Teil dann in einem Glaskasten in der Heisenberghalle ausstellen", so Pohle.Union Opladen: K. Kröger (19), Nettersheim (12), Thimm (8), Meyer (8), Prudent (6), Skrobek (2), Idelberger (2), Stark (2), Block (2). SC Rist Wedel: Rahn (13), Turnbull (10), Mankertz (10), Bade (6), F. Kröger (5), Gorczak (4), Körner (2), Schmidt. |















